Blasenschwäche, Inkontinenz, plötzlicher Harndrang, häufige Blasenentzündung: CO2-Lasertherapie

Mehr als 50 % aller Frauen leiden im Verlauf ihres Lebens an Blasenschwäche - Inkontinenz oder plötzlichem Harndrang, die zum Aufsuchen einer Toilette zwingt. Die Lebensqualität ist dadurch massiv eingeschränkt. Die Probleme nehmen mit fortschreitendem Alter zu und prägen sich besonders im Klimakterium aus. Schon in jungen Jahren können bei Veranlagung und/oder bei Frühschädigungen häufig Blasenentzündungen auftreten, die bis ins hohe Alter immer wieder Anlass zu Antibiotika-Therapien geben.

Therapiemöglichkeiten

Die derzeitigen konservativen Therapiemöglichkeiten sind weitgehend unbefriedigend und mit einer geringen Compliance verbunden, wie z. B. Beckenbodengymnastik, Elektrostimulation und Pessartherapie. Medikamentöse Therapieoptionen werden häufig wegen der Nebenwirkungen und mangelnder Effektivität abgebrochen, was schließlich zu Resistenzen führen kann. Auch die operative Therapie ist in vielen Fällen unbefriedigend, abgesehen von den Komplikationsraten.

CO2-Lasertherapie bei Blasensproblemen

Mit der innovativen, bahnbrechenden CO2- oder der Erbium-Yag-Lasertherapie gibt es jetzt endlich eine einfache, hocheffektive Möglichkeit, all die genannten Probleme zu behandeln. Dies geschieht durch Anregung körpereigener Regenerationsmechanismen. Die beiden Laser haben zwar unterschiedliche Wellenlängen, ihre Wirkung ist jedoch vergleichbar. Sie ist gekennzeichnet durch eine Regeneration des vaginalen Epithels und des darunterliegenden subepithelialen Gewebes (Lamiana propria). Mikroskopisch nachweisbar wird degeneratives Epithel wieder vielschichtig und lagert erneut Glykogen ein. Subepithelial wird die Bildung von kollagenen und elastischen Fasern angeregt, was zu der für die Gesundheit so wichtigen Einlagerung vom Flüssigkeit und Hyaluronsäure führt. Es bilden sich neue Kapillaren, die zu einer verbesserten Sauerstoffversorgung des Gewebes mit lang anhaltendem Effekt führt (1, 2). Zudem festigt sich der Beckenboden und die Schließmuskel von Harnröhre und Blase zeigen eine verbesserte Funktion. Diese Effekte sind mikroskopisch (1, 2) und durch kontrollierte Untersuchungen nachgewiesen (3, 4, 5, 6).

Weitere Untersuchungen zeigen, dass sich leichte und mittlere Inkontinenzprobleme bis zu 80% bessern können, aber auch eine absolute Inkontinenz kann deutlich zurückgehen. Allerdings ist bei diesen Patientinnen nicht mit einer völligen Dichtigkeit der Blase zu rechnen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Frauen mit den genannten Problemen im Allgemeinen nach der Lasertherapie erwiesenermaßen viel mehr Lebensqualität erfahren.

Wir können alle diese Studienergebnisse bei den allermeisten der betroffenen Patientinnen in unserem Praxisalltag nur bestätigen. Es ist schön, von einer Patientin schon nach der 1. Sitzung zu hören: „Ich bin wieder trocken.“ Die Haupteffekte treten allerdings meist erst nach der 2. Sitzung auf.

Beispielhaft sei eine 88-jährige Patientin mit einer totalen Inkontinenz genannt, die deshalb bereits nicht mehr verreisen konnte und in ihrer Wohnung Windelpakete stapelte. Nach vier Sitzungen hatte sich die Inkontinenz insoweit gebessert, dass diese Dame nur noch etwa ein Drittel der Windeln brauchte und wieder in der Lage war, auf Reisen zu gehen.

Auch Frauen, die an einer Dranginkontinenz leiden und deshalb z. B. ihre Einkäufe nur noch bewältigen können, indem sie die Route mit zahlreichen Toilettengängen planen oder nachts bis zu sechs Mal aufstehen müssen, sind dankbar dafür, dass die Besserung der Symptomatik zu einer deutlichen Steigerung ihrer Lebensfreude in allen Lebenslagen führt.

Zur Vorbeugung häufiger Blasenentzündungen, die immer wieder eine Antibiotikatherapie notwendig machen, ist die CO2-Lasertherapie gut geeignet. Wir haben auch bei jungen Patientinnen gute Resultate machen können.

Zur Durchführung, Dauer, ev. Beeinträchtigungen, Sicherheit, Kosten s. Artkel;

  • Die Revolution der Weiblichkeit

Zu weiteren Indikationen s. Artikel

  • Scheidentrockenheit, Vulvovaginale Atrophie, Urogenitales Menopausensyndrom: CO2-Lasertherapie
  • Lichen sclerosus et athrophicans

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Literatur

  1. Zerbinati N, Serati M, Origoni M, Candiani M, Iannitti T, Salvatore S, Marotta F, Calligaro A: Microscopic and ultrastructural modifications of postmenopausal atrophic vaginal mucosa after fractional carbon dioxide laser treatment. Lasers Med Sci. 2015 Jan;30(1):429-36. doi: 10.1007/s10103-014-1677-2. Epub 2014 Nov 20.
  2. Lapii GA, Yakovleva AY, Neimark AI: Structural Reorganization of the Vaginal Mucosa in Stress Urinary Incontinence under Conditions of Er:YAG Laser Treatment. Bull Exp Biol Med. 2017 Feb;162(4):510-514. doi: 10.1007/s10517-017-3650-0. Epub 2017 Feb 27.
  3. Blaganje M, Šćepanović D, Žgur L, Verdenik I, Pajk F, Lukanović A: Non-ablative Er:YAG laser therapy effect on stress urinary incontinence related to quality of life and sexual function: A randomized controlled trial. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol. 2018 May;224:153-158. doi: 10.1016/j.ejogrb.2018.03.038. Epub 2018 Mar 22
  4. Franic D, Fistonic II: Laser Therapy in the Treatment of Female Urinary Incontinence and Genitourinary Syndrome of Menopause: An Update. Biomed Res Int. 2019 Jun 4;2019:1576359. doi: 10.1155/2019/1576359. eCollection 2019.
  5. González Isaza P, Jaguszewska K, Cardona J, Lukaszuk M: Long-term effect of thermoablative fractional CO 2 Laser treatment as a novel approach to urinary incontinence management in women with genitourinary syndrome of menopause. Int Urogynecol J 2018, Feb;29(2):211-215. doi: 10.1007/s00192-017-3352-1. Epub 2017 May 18.
  6. Ratz C: Vaginale Lasertherapie bei Harninkontinenz und urogenitalem Syndrom der MenopauseUrologe 2019 · 58:284–290 doi.org/10.1007/s00120-019-0861-1

 

 

 

 

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