Wissenschaftler überprüften anhand von Daten einer breit angelegten Studie, ob niedrige Blutwerte an Vitamin D mit einer gesteigerten Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit in Zusammenhang stehen. An der Studie nahmen 858 Personen im Alter von 65 Jahren und älter teil. Zwischen 1998 und 2006 wurden die Teilnehmer befragt, absolvierten Tests zur geistigen Leistungsfähigkeit, wurden medizinisch untersucht und gaben Blutproben ab. Verlaufsuntersuchungen fanden alle 3 Jahre statt. Zur Analyse der geistigen Fähigkeiten verwendeten die Wissenschaftler einen Standardtest für Demenzerkrankungen und weitere Tests zur geistigen Flexibilität und Schnelligkeit.
Ergebnisse
Im Demenz-Test wiesen Teilnehmer mit niedrigen Blutwerten an Vitamin D (unter 25 nmol/L) zu 60 % häufiger schlechtere Ergebnisse auf als Teilnehmer mit Werten von 75 nmol/L und darüber. Im Test zur geistigen Schnelligkeit war diese zu 31 % häufiger verlangsamt, wenn die Blutwerte von Vitamin D unter 25 nmol/L lagen.
Zusammenfassung
Ein Mangel an Vitamin D könnte für den geistigen Rückgang verantwortlich sein. Die zusätzliche Aufnahme von Vitamin D könnte eine Altersdemenz verhindern oder lindern, da im Alter die Fähigkeit zur Produktion von Vitamin D durch UV-Licht in der Haut abnimmt.
Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrstudie II 2008)
In der Altersgruppe vom 19. - 64. LJ. erreichen nur 4 - 25 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 4,4 µg Vitamin D fehlen. Bei über 65-Jährigen sind nur 3 - 6 % ausreichend versorgt, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 9 µg Vitamin D fehlen.
(DGE-Empfehlungen: 5 µg/Tag 19. - 64. LJ.; 10 µg/Tag > 64. LJ.)
Prof. Dr. med.
Gerhard Grospietsch
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