Prof. Dr. med.
Gerhard Grospietsch

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Typ-2-Diabetes verstärkt Krebsrisiko

In den Industrienationen sind bis zu 20 % der Bevölkerung vom Diabetes mellitus des Typs 2 betroffen. Für diese zahlreichen zuckerkranken Menschen gibt es eine aktuelle schlechte Nachricht: Typ-2-Diabetiker zeigen im Vergleich zu Menschen ohne diese Stoffwechselkrankheit ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Insbesondere die Entstehung des Bauchspeicheldrüsenkrebses (Pankreaskarzinom) wird von der Diabetes-Typ-2-Erkrankung negativ beeinflusst. Bösartige Geschwülste an der Prostata (Prostatakarzinom) kommen bei zuckerkranken Menschen hingegen weniger häufig vor, so das Ergebnis einer aktuellen großangelegten Studie von deutschen, schwedischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern.

Die Krankheitsgeschichten von über 120.000 Diabetikern wurden durchgeforstet und ausgewertet.

Im Ergebnis zeigte sich, dass sich der Diabetes-Typ-2 nachteilig auf das Risiko von 24 Krebsarten auswirkt. Der Bauchspeicheldrüsenkrebs beispielsweise trat bei entsprechenden Zuckerkranken sechsmal häufiger auf als bei Gesunden. Bezüglich des Leberzellkrebses war das Risiko um etwa ein Vierfaches erhöht. Zudem stellte sich heraus, dass Krebserkrankungen der Nieren, der Schilddrüse, des Dünndarms, der Speiseröhre und des Nervensystems um das Doppelte erhöht sind.

Interessanterweise besteht dieser negative Zusammenhang beim Prostatakrebs nicht. Ganz im Gegenteil könne eine Diabetes-Typ-2-Erkrankung in gewissem Maße vor dem Prostatakrebs schützen.